Türkische »Kulturveranstaltung« erregt öffentliche Besorgnis

Veröffentlicht: Januar 28, 2013 in Migration & Islam
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Am vergangenen Samstag lud der »Türkische Idealisten Verein Göppingen« zu einer »Kulturveranstaltung« in ein einem privat geführten Hochzeitssaal in Ebersbach ein. Problematisch ist allerdings, dass sich hinter der vermeintlich neutralen Vereinsbezeichnung die ultranationalistischen »Grauen Wölfe« verbergen.

Bereits Wochen vor der Veranstaltung gab es immer wieder kritische Stimmen und Medienberichte über den vermeintlichen »Konzertabend« in Ebersbach. So forderte die Junge Union im Kreis Göppingen die Absage der Veranstaltung und erklärte: »Ihnen darf keine Plattform zur Darstellung ihrer fanatischen, ideologischen Gesinnung gegeben werden.«  Der Ebersbacher Bürgermeister Sepp Vogler sieht es kritisch, dass in einer privaten Halle seiner Stadt eine Kulturveranstaltung stattfindet, die einen politischen Hintergrund haben könnte und betont: »Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit.«  Ein Verbot der Veranstaltung, wie es die Junge Union gefordert hat, war allerdings nicht möglich. Auch das Landesamt für Verfassungsschutz in Stuttgart beobachtete die Veranstaltung am Samstag sehr genau. Der Referatsleiter des Auswertungsbereichs Ausländerextremismus, Udo Kölbel, erklärte der Presse gegenüber: »Nicht jeder, der dort hingeht, ist zwar ein Rassist oder Faschist. Aber der Verfassungsschutz betrachtet die Organisation, die dahinter steht. Und die verfolgt eine verfassungsfeindliche Ideologie.«

Idealistenverein weist Vorwürfe zurück

Mustafa Tok vom Regionalverband erklärt der Presse gegenüber: »Wir verabscheuen Rassismus und Totalitarismus, wir lehnen jede Form des Extremismus ab.« Eigentlich gehe es ihnen lediglich um Geschichte, Kultur, Religion und Mentalität ihres Landes. Was sie nicht wollen, ist Assimilation, das Aufgehen in der deutschen Bevölkerung. Türken wollen sie bleiben, genauer »Migranten«, die in beiden Welten zuhause sind.

Politischer Hintergrund

Die »Grauen Wölfe« sind eine radikal-nationalistische türkische Organisation, die unter dem Namen der sogenannten Idealistenvereine zusammengeschlossen sind und ideologisch eine türkisch-islamische Synthese bilden. Sie streben nach Pan-Turkismus, also einem Großreich alle Turkvölker vom Balkan bis Zentralasien. Mustafa Tok vom Regionalverband sieht darin allerdings nichts verwerfliches, denn das sei gedacht wie die Europäische Union, ein Zusammenschluss von Staaten. Man lebe im Zeitalter der Globalisierung, da werde es für ein einzelnes Land schwierig, so Mustafa Tok.

Die »Grauen Wölfe« existieren unbemerkt mit ihren Vereinen, auch mit Moscheen, unter uns. Sie diskriminieren Minderheiten wie Aleviten, Armenier, Kurden und hetzen gegen Andersdenkende. Udo Kölbel vom Verfassungsschutz erklärt besorgt: »In Baden-Württemberg zählen die über 45 Idealistenvereine konstant 2100 Mitglieder. Wir haben aber mittlerweile im Internet eine unorganisierte Jugendszene. Da wird Gangster-Rap übelster Machart verbreitet, der verbal immer militanter auftritt.«

Laut einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Göppingen trafen sich etwa 700 Mitglieder und Freunde des türkischen Idealistenvereins in Ebersbach. Zu Gegendemonstrationen kam es nicht und die Stadt musste dem Aufmarsch der türkischen Nationalisten hilflos zusehen.

Wo war die Antifa? Wo waren all jene Menschen, die sich sonst tausendfach (zu Recht) auf die Straßen begeben, wenn sich eine handvoll Neonazis versammeln? Wo waren unsere Politiker und Verantwortungsträger? Wo waren die sogenannten gemäßigten Islamverbände und türkischen Integrationsvereine?

Leider ist die Bundesrepublik Deutschland auf dem rechten Auge blind, solange es sich nicht um deutsche Rassisten und Faschisten handelt.

Originalartikel Serap Cileli’s Webseite

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