Wien: Wärmestube für Kirchenbesetzer in der Uni

Veröffentlicht: Januar 29, 2013 in Migration & Islam
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Die Hochschülerschaft stellt Räume für Asylwerber zur Verfügung. Nicht alle sind damit glücklich.

Das Institut für Soziologie an der Universität Wien hat derzeit einige außerordentliche Hörer mehr. Die Asylwerber, die seit mehr als 40 Tagen in der Votivkirche für ihr Anliegen kämpfen, haben unter den Studenten der Soziologie einige Unterstützer gefunden. Schon seit Beginn der Besetzungsaktion können die Asylwerber daher Räumlichkeiten des Instituts am Rooseveltplatz 2 für sich nutzen. Bei einem Lokalaugenschein am Montag befanden sich etwa 20 Besetzer im Institut, der Rest in der Kirche.

„Wir stellen den Asylwerbern unseren Raum für Besprechungen zur Verfügung, sie können sich hier aufwärmen, es gibt Tee oder Kaffee“, erklärt Anita Hradil von der Studienrichtungsvertretung Soziologie. Das Miteinander der Studenten mit den Asylwerbern funktioniere ziemlich reibungslos, man respektiere einander. Anfangs sei es etwas chaotisch zugegangen, gibt die Studentin zu, doch seit das Zimmer nur tagsüber geöffnet sei, gehe es. Auch unter den Professoren gebe es große Zustimmung zu der Unterstützung für die Asylwerber. Andere Institutsmitarbeiter sind ob der neuen Gäste allerdings weniger erfreut. Das Behinderten-WC im ersten Stock verfügt über eine Dusche und wird daher von den Asylwerbern stark frequentiert. Auch die Spinde, sonst zum Verstauen von Lehrmaterialien oder Mänteln der Studenten gedacht, sind mehrheitlich von den Asylwerbern besetzt. „Da werden nasse Handtücher reingestopft, der Boden und die WCs sind ständig völlig verdreckt“, sagt eine Mitarbeiterin des Instituts, die nicht namentlich aufscheinen will. Zusätzlich sei es auch zu Sachbeschädigungen gekommen. Die Putzfrau habe zudem die Reinigung der Dusche abgelehnt.

Darum kümmert sich mittlerweile die Studienrichtungsvertretung. Wie lange die Studenten den Asylwerbern noch Räume zur Verfügung stellen, ist aber offen. „Jetzt kommen die Semesterferien, im März muss man das neu besprechen“ ,sagt Hradil. Der Institutsvorstand war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar, das Büro des Uni-Rektors Heinz Engl verwies darauf, dass die genutzten Räume von der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) verwaltet werden. „Die ÖH ist daher dafür verantwortlich. So lange der Lehrbetrieb normal laufen kann, ist das aber in Ordnung“, sagte eine Sprecherin der Universität.

Prüfung

Das Büro für öffentliche Sicherheit hat unterdessen die Camp-Räumung vor der Votivkirche am 28. 12. geprüft. Wie der KURIER erfuhr, liegt bereits eine Rohfassung des Prüfberichts vor. „Nächste Woche wird es hierzu ein Gespräch mit dem Wiener Polizeipräsidenten geben“, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Erst dann werde die Öffentlichkeit informiert. Kardinal Schönborn warnt indes vor ideologischem Missbrauch. In einer Predigt am Sonntag übte Wiens Oberhirte heftige Kritik an Aktivisten.

Originalartikel Kurier

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