Ein anders klingender Name reicht

Veröffentlicht: Februar 22, 2013 in Migration & Islam
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Bildungsverwaltung verändert Testergebnisse für Eliteschulen nach Herkunft

In Berlin gibt es Kritik am Aufnahmetest für Schnelllerner. Schulleiter bezeichnen die Prüfung als zu schwer. Der Intelligenztest für die Aufnahme an einem Schnelllerner-Gymnasium musste am Sonnabend absolviert werden. Dabei zeigte sich, dass viele Kinder nicht bestanden haben. Diese Ergebnisse sind nun im Nachhinein verändert worden. Die Bildungsverwaltung hat die Testergebnisse korrigiert. Teilnehmer nicht deutscher Herkunft haben einen zusätzlichen Bonus bekommen. Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bestätigte, dass eine Korrektur zu Gunsten dieser Schüler vorgenommen worden sei. Das sei nötig geworden, weil der Test verändert worden sei. Bisher habe es zwei Teile gegeben, wobei einer eher auf das abstrakte Denkvermögen zielte, der andere auf das schnelle Erkennen logischer Zusammenhänge. Beide Teile seien nun zusammengeführt worden. Sprache spiele eine größere Rolle. Die Schulleiter der sieben Schnelllerner-Gymnasien kritisieren dieses Vorgehen. Derartige Maßnahmen seien nicht gerichtsfest, sagen sie. Zudem hätten die Eltern nicht angeben müssen, welcher Herkunft ihre Kinder sind, heißt es. Offensichtlich sei lediglich aufgrund des Nachnamens geschätzt worden, wer nicht deutscher Herkunft ist. Katrin Schultze-Berndt, Vorsitzende des Landesfachausschusses Bildung in der CDU, sprach von Diskriminierung. „Die Herkunftssprache darf nicht zum Auswahlkriterium werden“, sagte sie. Entscheidend müsse die Leistung sein. Berücksichtigt werden müsse auch das Alter und der persönliche Entwicklungsstand, so Schultze-Berndt. Die Korrektur hat das Ergebnis allerdings nicht grundsätzlich verändert. Es bleibt dabei, dass nur die Hälfte der Kinder (51 Prozent) den Test geschafft haben. Die Schulleiter führen das auf den erhöhten Schwierigkeitsgrad zurück. Während die betroffenen Schulleiter sich fragen, ob es politisch gewollt ist, den Zugang zu Schnelllerner-Gymnasien zu erschweren, heißt es in der Bildungsverwaltung, dass sich – verglichen mit den vergangenen Jahren – nichts geändert habe. Sprecherin Beate Stoffers sagte, dass im Jahr 2010 nur 46 Prozent der Schüler den Test bestanden haben. 2011 seien es 56 Prozent gewesen und in diesem Jahr 51 Prozent. Lediglich 2012 sei das Ergebnis mit 74,1 Prozent deutlich besser ausgefallen. Hinzu käme, so Stoffers weiter, dass sich immer weniger Eltern für die Schnelllerner-Klassen interessieren würden. Das zeigten die Bewerberzahlen für die Schnelllerner-Züge, die von 729 im Jahr 2010 auf auf 594 Schüler in diesem Jahr gesunken sei. Viele Eltern melden ihre Kinder stattdessen lieber gleich an einem grundständigen Gymnasiun, das ebenfalls mit der fünften Klasse beginnt. Jens Terp vom Vorstand des Berliner Vereins für Hochbegabtenförderung betont, dass der Bedarf für Schnelllerner-Klassen vorhanden sei. Etwa zwei Prozent aller Kinder eines Jahrganges seien hochbegabt und sogar zehn Prozent hochintelligent. Dennoch würden häufig Kinder in Schnelllerner-Klassen sitzen, die dort überfordert wären. „Das Problem sind die Auswahlkriterien“, sagt Jens Terp. Die schulischen Leistungen würden zu stark bewertet. Das geistige Potenzial eines Kindes könne auch nonverbal getestet werden.

Originalartikel Die Welt

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