Europa fällt es immer schwerer, das Modell der Multi-Kulti-Politik zu erhalten

Veröffentlicht: Mai 23, 2013 in Migration & Islam
Schlagwörter:, , , , ,

Im Jahr 2013 können sich die beiden führenden Länder der Europäischen Union – Deutschland und Frankreich – mit einer Zuspitzung der zwischennationalen und interkonfessionellen Probleme konfrontiert sehen

Im Jahr 2013 können sich die beiden führenden Länder der Europäischen Union – Deutschland und Frankreich – mit einer Zuspitzung der zwischennationalen und interkonfessionellen Probleme konfrontiert sehen. Mit dem Heranrücken der Bundestagswahlen im kommenden Herbst wird die Spannung in der deutschen Politik insgesamt und zur Migrationsproblematik im Besonderen stetig zunehmen. Was Frankreich betrifft, so hat die nationale Regierung bereits entschieden, das Programm zur finanziellen Unterstützung der Einwanderer einzustellen. Als erste fielen die Sinti und Roma – hauptsächlich Einwanderer aus Rumänien – unter diese Streichung. Doch die Europäische Union besteht auf einer finanziellen Unterstützung der Roma und Sinti. Allerdings nötigt die Finanzkrise, wesentliche Veränderungen in diese Politik einzubringen. Bei einer Zusammenkunft mit Jungaktivisten der CDU in Potsdam erklärte Angela Merkel, die Versuche, eine multikulturelle Gesellschaft in Deutschland aufzubauen, seien völlig gescheitert. In Großbritannien offenbarte sich die Krise in der zwischennationalen und interkonfessionellen Sphäre bei den Massenunruhen in London im August 2011 mehr als deutlich. Sie brachen im Stadtbezirk Tottenham aus, der bekannt ist für die große Anzahl der dort wohnenden Vertreter nationaler Minderheiten. Im Versuch, neue Exzesse zu verhindern, denken die Führungen der EU-Mitgliedsländer jetzt über die Ausarbeitung neuer Herangehensweisen nach, die fähig sind, die Prinzipien der Demokratie und der Multi-Kulti-Politik miteinander zu vereinen. Bis zu welchem Maße müssen die Rechte und Interessen der Einwanderer geachtet werden, und wo endet die Demokratie und wo beginnt das Diktat der Minderheiten? Die französischen Behörden versuchten es mit einem finanziellen „Zuckerbrot“ und einer „Peitsche“ in Gestalt der Ausweisung. Jene Personen, die an den Pariser Unruhen beteiligt waren, aber auch die Roma und Sinti, für die der ehemalige Präsident des Landes Nicolas Sarkozy besonders wenig übrig hatte, wurden als eine Gefahr für die nationale Sicherheit und als der Ausweisung unterliegend erklärt. Aber um sich nicht mit der EU zu streiten, initiierte die französische Regierung gleichzeitig ein Programm zur finanziellen Unterstützung der Einwanderer, darunter jener, die beabsichtigen, das Land zu verlassen. Eine andere Herangehensweise an die Problematik der Multi-Kulti-Politik sind Versuche, verschiedene Kulturen auf der Basis eines gegenseitigen Erkennens und demnach auch auf der Basis einer gegenseitigen Achtung maximal auszusöhnen. Der Experte des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften Wladislaw Below meinte im Gespräch mit STIMME RUSSLANDS, derartige Bemühungen würden eine sehr begrenzte Wirkung haben:

„Die interkulturelle Sphäre, das interkulturelle Milieu, das interkulturelle Management – das ist eine recht komplizierte Thematik. Nicht zufällig wird sie in Europa so aktiv erörtert. Ich denke, dass es positive Reaktionen auf derartige Aussöhnungen zweier Kulturen geben kann, die, sagen wir, einerseits friedlich miteinander koexistieren, aber andererseits in bestimmten Sphären einander feindlich sind. Und feindlich sind sie einander in solchen Sphären wie in der Politik oder im Alltag.“ Den Kritikern der Multi-Kulti-Politik passt weder die Finanzierung der Einwanderer auf Kosten der einfachen Steuerzahler noch das Kokettieren mit ihnen durch den Bau neuer Moscheen und die Genehmigung freier Tage, noch die Publikation von Bildern zu islamischen Motiven. In Deutschland werden die bevorstehenden Bundestagswahlen gewiss nicht nur unter solchen Losungen stehen wie „Hört auf, den Griechen zu helfen“, sondern auch unter solchen Losungen wie „Hört auf, der demographische Expansion der Fremden Vorschub zu leisten“. Ein Ideologe der zuletzt genannten Losung ist das ehemalige Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank Thilo Sarrazin. Er meint überzeugt, Deutschland würde sich abschaffen. Die Türken würden Deutschland genau auf demselben Wege „erobern“, wie die Kosovo-Albaner das Kosovo erobert haben: mit Hilfe ihrer höheren Geburtenrate, meint überzeugt der Autor des Aufsehen erregenden Buches über das Problem der Multi-Kulti-Politik „Deutschland schafft sich ab“. Der namhafte deutsche Experte Alexander Rahr gibt zu, dass die Tätigkeit der Behörden der EU-Länder zur Erhaltung der europäischen Traditionen immer mehr einer Ideologie ähnlich sehe. Eine Ideologie ist jedoch gegenüber anderen stets intolerant. Der Generaldirektor des russischen politologischen Zentrums „Sewer-Jug“ (Nord-Süd), Alexej Wlassow, bemerkte im Gespräch mit der STIMME RUSSLANDS, in diesen so aktuellen europäischen Problemen würden verschiedene Maßstäbe angelegt werden: „Meines Erachtens ist noch eine sehr mühevolle Arbeit zur Bestimmung der modernen europäischen geopolitischen Realitäten erforderlich. Der Traum de Gaulles von einem europäischen Raum vom Atlantik bis zum Ural und sogar noch weiter, ist Wirklichkeit geworden. Ein anderer Traum hat sich dagegen nicht erfüllt – der Traum davon, dass sich ehrliche, offene, transparente und allgemeine Spielregeln herausbilden, die frei sind von der Anlegung verschiedener Maßstäbe.“ Aber so oder so, die Hauptfrage der europäischen Realitäten – die Erhaltung des national-kulturellen Kerns der europäischen Zivilisation und die Achtung der existierenden und sogar zunehmenden ethnisch-konfessionellen Mannigfaltigkeit in Europa – bleibt offen.

Originalartikel Stimme Russlands

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s