Der Führer Erdogan schlägt zurück

Veröffentlicht: Juni 18, 2013 in Migration & Islam
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Ein Plakat, das Erdogan mit Hitler vergleicht, zeigten Demonstranten auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Sie haben damit die gleiche Überzeugung wie Winston Churchill, der den Koran als das “Mein Kampf” des Propheten Mohammed bezeichnete, wie der indische Schriftsteller Jaya Gopal, der im Islam “alle wesentlichen Züge des Faschismus” erkannte oder ganz aktuell der Münchner Politologe Hamed Abdel-Samad, der den Faschismus des Islams schon vom Propheten Mohammed angelegt sieht. Erdogan agiert als fundamentaler Moslem, der wie sein zeitlos gültiges Vorbild Mohammed knallhart durchgreift, wenn er kritisiert wird. Eine Fernsehreportage von RTL Spiegel TV zeigt, wie brutal und rücksichtslos er die friedlichen Demonstranten mit Wasserwerfern, Gummigeschossen und Reizgas verjagen lässt.

Die Demonstranten berichten in dem Video auch, wie Erdogan den Islam Zug um Zug in alle Bereiche des täglichen Lebens als beherrschendes Element einführt. Vorschriften für Musiker, Verbot von Alkohol, kein öffentliches Küssen, Bekleidungsanordnungen, der Islam soll scheibchenweise das öffentliche Leben in der Türkei bestimmen. Erdogan war bereits 1970 ein Radikaler als Bezirksvorsitzender von Erbakans “Nationaler Ordnungspartei”, die 1971 verboten wurde. 1984 wurde er stellvertretender Vorsitzender der “Wohlfahrtspartei”, die 1998 wegen “Sympathien zum Dschihad und zur Einführung der Scharia” ebenfalls verboten wurde. 1994 erließ er als Oberbürgermeister von Istanbul ein Ausschenkverbot von Alkohol in städtischen Lokalen. Seine streng religiöse Ausrichtung dokumentierte er mit einer Aussage bei einer Pressekonferenz:

  • “Laizistisch und gleichzeitig ein Moslem zu sein, ist nicht möglich.”

In einem Interview mit der Zeitung Milliyet bezeichnete er sich als Anhänger der Scharia. 1994 äußerte er sich gegen einen Beitritt zur EU und beschrieb jene als eine „Vereinigung der Christen“, in der die Türken nichts zu suchen hätten. Im April 1998 wurde Erdogan vom Staatssicherheitsgericht wegen Aufstachelung zur Feindschaft auf Grund von Klasse, Rasse, Religion, Sekte oder regionalen Unterschieden zu zehn Monaten Gefängnis und lebenslangem Politikverbot verurteilt. Anlass war eine Rede bei einer Konferenz in der ostanatolischen Stadt Siirt, in der er äußerte:

  • „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

Nach dem Knast fraß er Kreide und verschleierte seine wahre Gesinnung, um an die Macht zu kommen. Jetzt setzt er das um, was er schon in seiner Jugend tief verinnerlicht hat. Erhellend auch seine Aussage zum sogenannten “moderaten” oder “nicht-moderaten” Islam im August 2007:

  • “Diese Bezeichnungen sind sehr hässlich, es ist anstößig und eine Beleidigung unserer Religion. Es gibt keinen moderaten oder nicht-moderaten Islam. Islam ist Islam und damit hat es sich.”

Erdogan weigert sich auch konsequent, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen. Wer ihn in der Türkei erwähnt, begeht den Straftatbestand der „Beleidigung des Türkentums“ und wird verfolgt sowie verurteilt. Nach Erdogans Auffassung habe es in der Epoche des Osmanischen Reiches nicht nur keinen Genozid gegeben, er wirft dreisterweise den Armeniern vor, Türken unterdrückt, misshandelt und getötet zu haben. Ende April 2011 ließ Erdogan das weitgehend fertiggestellte und zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern aufrufende “Denkmal der Menschlichkeit” des türkischen Bildhauers Mehmet Aksoy abreißen. Der Künstler verglich die Aktion mit der Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban. So ist das von ihm angeordnete brutale Vorgehen gegen die friedlichen Demonstranten in einer logischen Folge eines fundamental eingestellten moslemischen Führers zu sehen. Wenn die sympathischen wirkenden Menschen, die momentan in der Türkei demonstrieren und teilweise in Deutschland aufgewachsen sind, die Politik dieses Landes bestimmen würden, dann könnte sich das Land vermutlich an Europa annähern. Aber sie stellen leider nicht die Mehrheit. Die Aleviten machen etwa 15-25% der Bevölkerung aus, dazu kommen Kemalisten, Christen, Atheisten und Linke, vielleicht ein Drittel aller Türken. Der Islam hingegen ist mächtig und wird unter Erdogan mit gewaltigem Druck seine Urkraft weiter voll entfalten.

SPIEGEL: Erdogan, der Hassprediger:

  • Er strebt keine Versöhnung an. Er will den Konflikt. Erdogan beschwört ein türkisches Weltreich, grüßt seine Unterstützer auf dem Balkan, in Angola, im Irak. “Wo ist Sarajevo, wo ist Gaza heute Abend?”, ruft er. Seine Stimme überschlägt sich. Er wirkt in diesem Moment nicht mehr wie der demokratisch gewählte Regierungschef einer der größten Volkswirtschaften der Welt. Er wirkt wie ein durchgedrehter Despot. Erdogan richtet sich an die ausländischen Medien: “CNN, Reuters, bleibt allein mit euren Lügen!”, ruft er. Seit Tagen versucht Erdogan die Proteste gegen ihn, die als Kampagne gegen den Abriss eines Parks in Istanbul begannen und sich zu einer landesweiten Revolte gegen die AKP-Regierung ausgeweitet haben, als Verschwörung ausländischer Mächte zu diskreditieren. “Diese Kräfte wollen der Türkei schaden.” Schließlich wendet er sich direkt an die Demonstranten. Er nennt sie erneut Terroristen, Plünderer. Sie seien keine wahren Türken und sollten sich in Acht nehmen. “Wer gegen die Türkei arbeitet, wird zittern vor Angst.” Hoteliers, die diese “Terroristen” versteckten, werde er zur Rechenschaft ziehen.

FOCUS: Grünen-Chefin Claudia Roth in Istanbul: „Das ist wie im Krieg“:

  • Mittendrin: Claudia Roth, die die Gewalt am eigenen Leibe erfuhr. „Das ist wie im Krieg. Die jagen die Leute durch die Straßen und feuern gezielt mit Tränengas-Granaten auf die Menschen“, sagte die Grünen-Politikerin hinterher, als sie sich im Keller eines Hotels am Rande der Parks behandeln ließ. „Das fühlt sich an, als ob man vergiftet wird“, sagte Roth dem Nachrichtensender N24. „In einem großen Festsaal in dem Hotel war eine Art Lazarett, da waren viele Ärzte und viele Verletzte.“ Selbst auf dieses Lazarett habe die Polizei Tränengas abgefeuert, ganz genau so wie sie es schon vor einigen Tagen auf ein spontan mitten im Gezi-Park eingerichtetes Notlager getan hatte. „In einer Kriegssituation wäre das ein Kriegsverbrechen, denn es war klar, da war eine Ambulanz. Ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagte die Grünen-Chefin.

Das Schlimmste an dieser Entwicklung: Erdogans langer Arm reicht über die ihm direkt unterstehende staatliche Religionsbehörde Diyanet auf die angeschlossene deutsch-türkische DITIB und damit auf knapp 3 Millionen Türken in Deutschland. Dies bedeutet für den gesellschaftlichen Frieden hierzulande eine tickende Zeitbombe..

Originalartikel PI News

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